COMPRENEUR STORIES

Intrapreneurship als Leitbild für Unternehmen und unternehmerische Mitarbeitende

Wachsende Bedeutung für Intrapreneurship

Entrepreneure nutzen Umstände und Zufälle, entscheiden unter Ungewissheit, handeln und bringen dadurch Neues in die Welt. Möchte man unternehmerisches Handeln von Mitarbeitenden (Intrapreneurship) im Unternehmen etablieren, so braucht es unserer Überzeugung nach ausreichend Freiräume, damit Talente und Interessen sich entfalten können.

Um diese Freiräume zu schaffen, haben wir die Grundsätze des Effectuation-Ansatzes in den Leitlinien für unsere Tätigkeit als Berater*innen, Gründer und Unternehmer verankert. Auf der Grundlage der Effectuation-Logik sind wir u.a. in der Lage, klare Verantwortlichkeiten an unsere Intrapreneure zu vergeben und dadurch schneller auf Entwicklungen im Projekt zu reagieren und, wenn nötig, auch verantwortungsvoll voranzugehen.

Da das Unternehmertum innerhalb von Unternehmen (Intrapreneurship) in den letzten Jahren besonders an Bedeutung gewonnen hat und wir als Gründer und Unternehmensberater*innen die Vorteile dieses Handelns tagtäglich wahrnehmen, nimmt „Intrapreneurship“ bei der compreneur einen hohen Stellenwert ein. In regelmäßigen Abständen werden wir daher interessante Neuigkeiten teilen und das Thema näher beleuchten.

Hierzu möchten wir auf ein interessantes Paper aufmerksam machen, welches das Wachstum der wissenschaftlichen Produktion im Zeitraum von 1985 bis 2020 analysiert hat. Hierin wird anhand der zunehmenden Anzahl an Publikationen zu Intrapreneurship deutlich, dass 2008 als Wendepunkt für die Intrapreneurshipforschung angesehen werden kann.

Anhand der untenstehenden Grafik lässt sich ablesen, dass von 1985 bis 2007 das Interesse an Intrapreneurship mit zwei bis drei Veröffentlichungen pro Jahr sehr gering war. Das Interesse ab 2008 jedoch deutlich zunahm, sodass im Jahr 2020 44 Veröffentlichungen zum Thema Intrapreneurship verzeichnet werden konnten.

Laut den Autoren könnte dieser Wendepunkt durch die globale Krise auf internationaler Ebene erklärt werden, die sich auf die Wirtschaft und die Arbeitsplätze auswirkte und einen Wandel der Geschäftsmodelle erforderlich machte. Hierdurch wurde das Unternehmertum in der Organisation zu einer Alternative für die Unternehmensentwicklung und Nachhaltigkeit, die bis heute anhält und sich ausweitet.

Auf Grundlage der Arbeit „Intrapreneurship research: A comprehensive literature review“ von von Felipe Hern´andez-Perlines, Antonio Ariza-Montes, Cristina Blanco-Gonz´alez-Tejero kann festgehalten werden, dass Unternehmertum sich in den letzten Jahrzehnten von einem aufstrebenden zu einem etablierten Forschungsbereich mit zahlreichen Veröffentlichungen entwickelt hat (Valencia et al., 2016). In diesem Zusammenhaben haben Forscher sich auch für Innovationen interessiert, die Unternehmen als Quelle der Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend globalisierten Wirtschaft erreichen müssen (Kuratko und Audretsch, 2013, Bierwerth et al., 2015).

In der heutigen Zeit ist organisatorische Effizienz und Innovation zu einer der obersten Prioritäten geworden (vgl. Naveed et al., 2022), sodass Unternehmensmitarbeiter immer stärker gefordert werden Ideen für ihr Unternehmen zu identifizieren und zu verwerten (Bosma et al., 2013).

Somit ist Intrapreneurship als das Unternehmertum innerhalb eines Unternehmens zu verstehen, wodurch es in verschiedenen Arbeiten u.a. mit den folgenden Aussagen in Verbindung gebracht wird:

  • Unternehmenserfolg, Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit (Nicholson et al., 2016)
  • Erfolg und Überleben von Unternehmen (Ireland et al., 2003, Morris et al., 2011, De Pablo, 2015)
  • Steigerung der organisatorischen Effektivität und Wertschöpfung (Kearney und Meynhardt, 2016) in Verbindung gebracht wird.

In der Veröffentlichung der zuvor genannten Autoren wurde eine bibliometrische Analyse des Intrapreneurship durchgeführt, um den aktuellen Stand der Forschung in diesem Bereich zu ermitteln, indem seine Merkmale als Forschungsbereich in der Unternehmensführung identifiziert wurden (Ribeiro-Navarrete et al., 2021).

Die wesentlichen Erkenntnisse aus dieser Literaturübersicht lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Die einflussreichsten Autoren von Intrapreneurship

Mehrere frühere Autoren haben systematische Übersichten über die Forschung zum Intrapreneurship erstellt. Hervorzuheben sind die Arbeiten der folgenden Autoren:

  • Zahra
  • Antončič und Hisrich
  • Kuratko
  • Montagno und Hornsby

Sie alle bieten einen umfassenden und nicht fragmentierten Überblick über die Intrapreneurship-Forschung und erweitern den Forschungshorizont.

Relevante Zeitschriften für Intrapreneurship

In insgesamt 167 Zeitschriften wurden Beiträge zum Thema Intrapreneurship veröffentlicht. Davon haben allein 11 Zeitschriften mit 93 veröffentlichten Beiträgen einen Anteil von 29,8 % der Gesamtzahl der Veröffentlichungen zu diesem Thema.

  • Das International Entrepreneurship and Management Journal ist die Zeitschrift mit der höchsten Anzahl an veröffentlichten Artikeln (22), was 7,1 % der Gesamtzahl entspricht.
  • Die Zeitschrift mit dem höchsten Impact-Index ist das Journal of Business Venturing, mit einem Impact-Index für die letzten fünf Jahre im Jahr 2020 von 15,732.

Relevante Institutionen für Intrapreneurship

Die verschiedenen Autoren gehören zu 467 verschiedenen Institutionen. Nur 11 von ihnen haben fünf oder mehr Artikel zum Thema Intrapreneurship veröffentlicht.

  • Die produktivste Einrichtung ist die Autonome Universität Barcelona (Spanien) mit 14 Beiträgen.
  • Am einflussreichsten ist jedoch die Universität Ljubljana (Slowenien) mit 609 Zitierungen, einem Durchschnitt von 121,8 und der höchsten Anzahl von Beiträgen, in denen sie zitiert wird, nämlich 587.
  • Die wissenschaftliche Produktion zum Thema Intrapreneurship erstreckt sich auf 55 Länder, in denen die Autoren, die an einem oder mehreren Artikeln beteiligt waren, ansässig sind.

Schlüsselwortanalyse für Intrapreneurship

Die Schlüsselwortanalyse zeigt, dass in den in Web of Science (WoS) veröffentlichten Artikeln 680 Schlüsselwörter verwendet wurden. Davon kommen 75 mehr als fünfmal vor und werden gleichzeitig verwendet.

  • Das am häufigsten vorkommende Stichwort ist „Corporate Entrepreneurship“, gefolgt von „Performance“ (als eine der Hauptfolgen) und „Innovation“ (als Vorstufe des Intrapreneurship).
  • Das Schlüsselwort „Corporate Entrepreneurship“ taucht am häufigsten auf, weil es in vielen Arbeiten als Synonym für Intrapreneurship verwendet wurde.

Schlüsselwort Innovation

Innovation, das am dritthäufigsten vorkommende Schlüsselwort, ist mit der höchsten Anzahl von Wörtern (19) verbunden.

  • Innovation taucht in der Regel zusammen mit Schlüsselwörtern wie Fähigkeiten, Wettbewerbsvorteil, Schaffung, Unternehmertum und Ressourcen auf.
  • Es ist erwähnenswert, dass Innovation als ein Schlüsselfaktor im Zusammenhang mit Unternehmertum angesehen wird.

Schlüsselwort Leistung

  • Das zweite Schlüsselwort, das auftaucht, ist Leistung, die zusammen mit Antezedenzien, Verhalten, Kreativität, Arbeitszufriedenheit und Führung auftritt.

Schlüsselwort Corporate Entrepreneurship

  • Schließlich ist Corporate Entrepreneurship das am häufigsten vorkommende Wort, das mit 14 anderen Schlüsselwörtern in Verbindung gebracht wird, wie z. B. Konstrukt, Umfeld, finanzielle Leistung, Unternehmensleistung, strategische Leistung.
  • Diese Ergebnisse stehen im Zusammenhang mit den von Antončič und Hisrich (2000) festgestellten externen und internen Antezedenzien des Intrapreneurship.
  • In diesem Sinne sollte Intrapreneurship als ein dynamisches Konzept verstanden werden, das mit unternehmerischer Initiative verbunden ist und als interne Aktivität der Organisation die Unternehmensleistung unterstützt.
  • Obwohl der Begriff „Intrapreneurship“ weniger gebräuchlich ist, sollte er daher in der gleichen Weise wie unternehmerische Initiative betrachtet werden, d. h. als ein Element, das der Organisation eine Chance für Entwicklung und Nachhaltigkeit bietet.

Quelle: Felipe Hern´andez-Perlines, Antonio Ariza-Montes, Cristina Blanco-Gonz´alez-Tejero (2022). Intrapreneurship research: A comprehensive literature review. Journal of Business Research 153 (2022) 428–444.

Alle weiteren hier verwendeten Quellen sind im Detail im Literaturverzeichnis des Papers nachzulesen.

Intrapreneurship als Teil unseres Selbstverständnisses

compreneur verbindet langjährige Beratungserfahrung mit eigener unternehmerischer Expertise, die wir täglich in unseren Projekten und in unseren eigenen operativen Beteiligungen weiterentwickeln.

Wir verbinden Methoden- und Problemlösungskompetenz mit unternehmerischem Denken und Handeln, übernehmen Verantwortung und schaffen gemeinsam und nachhaltig Werte.

Dafür befähigen wir Organisationen und entwickeln für Sie Unternehmer im Unternehmen (Intrapreneurship).

Unsere Erfahrung zeigt, dass Intrapreneurship in Teilbereichen einer Organisation durchaus sinnvoll ist, oft aber das Verständnis und die dafür nötigen Strukturen von Seiten der Unternehmensführung nicht geschaffen bzw. vorgelebt werden. Aus diesem Grund haben wir das Unternehmertum in unser Selbstbild aufgenommen und in unseren Leitlinien verankert.

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    Ihr Ansprechpartner

    Andreas Wagner

    Andreas Wagner

    Berater und Intrapreneur